German Open: Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll stehen nach starken Leistungen im Halbfinale
Deutsches Endspiel in Magdeburg?
Stehen sich am Sonntag um 16.10 Uhr bei den mit 210.000 Dollar dotierten German Open in Magdeburg zwei Spieler des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) im Endspiel gegenüber? Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll haben sich durch souveräne 4:1-Siege im Viertelfinale für die Vorschlussrunde qualifiziert.
Marco Steinbrenner 11.11.2017

Magdeburg. Stehen sich am Sonntag um 16.10 Uhr bei den mit 210.000 Dollar dotierten German Open in Magdeburg zwei Spieler des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) im Endspiel gegenüber? Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll haben sich durch souveräne 4:1-Siege im Viertelfinale für die Vorschlussrunde qualifiziert. Eine Neuauflage des World Cup-Finals von Lüttich vor drei Wochen wäre damit möglich. Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf hat sich bereits festgelegt: „Beide schaffen es.“ Vor fünf Jahren gab es das Endspiel bereits. In Bremen hatte sich seinerzeit Ovtcharov durchgesetzt.

Dimitrij Ovtcharov lässt Yan An und Wong Chun Ting nicht den Hauch einer Chance

„So gut wie heute habe ich bislang an einem Tag noch nicht gespielt“, strahlte Dimitrij Ovtcharov nach seinem 4:1-Erfolg im Viertelfinale gegen Wong Chun Ting (Hongkong) über das ganze Gesicht. Eine Runde zuvor hatte der 29-Jährige bereits Yan An aus China beim Vier-Satz-Sieg keine Siegmöglichkeit gelassen. „Über das 4:0 bin ich schon ein wenig überrascht, da ich gegen Yan An eine negative Bilanz habe.“ Die Erfolge zuletzt, damit spielt Ovtcharov, der die German Open vor drei Jahren in Magdeburg bereits gewann, auch auf seinen Sieg im Finale des World Cups gegen Timo Boll an, „haben mir Selbstvertrauen gegeben. Es läuft einfach gut.“ Im Halbfinale wartet mit dem Chinesen Fan Zhendong die Nummer eins der Setzliste. Vor rund zehn Monaten standen sich beide zuletzt gegenüber. „Damals lag ich 2:0 vorne und hatte auch im dritten Durchgang noch Satzbälle“, erinnert sich der vierfache Medaillengewinner bei Olympischen Spielen. Im Vorjahr reichte es nicht zum Sieg. „Ich bin gespannt, wie die Partie morgen ausgeht.“ Jörg Roßkopf blickt der Begegnung zuversichtlich entgegen. „Fan spielt hier in Magdeburg sehr stabil - Dima aber auch.“ Der Bundestrainer erwartet „ein sehr gutes Spiel auf hohem Niveau. Chancen sind auf jeden Fall vorhanden.“

Timo Boll feiert Fünf-Satz-Erfolge gegen Simon Gauzy und Lin Gaoyuan

„Wieder habe ich einen Chinesen geschlagen. Das fühlt sich gut an“, gab Timo Boll nach seinem 4:1-Erfolg im Viertelfinale gegen Lin Gaoyuan zu Protokoll. Bereits beim World Cup standen sich die Beiden in der Runde der letzten Acht gegenüber. Der 36-Jährige hatte sich in Belgien nach einem 4:10-Rückstand im siebten Satz durchgesetzt. Diesmal hatte Boll deutlich weniger Mühe. „Ich wusste, dass es eine extrem schwere Begegnung werden würde“, verriet der Weltranglistenvierte anschließend und ergänzte: „Da ich für mein Spiel Lockerheit brauche, habe ich mich nicht unter Druck gesetzt.“ Jörg Roßkopf beobachtete, „dass die Körpersprache und Körperspannung bei Lin Gaoyuan nicht so war, als wenn er die Partie hätte gewinnen wollen“. Timo Boll, der sich zuvor im Achtelfinale gegen den Franzosen Simon Gauzy durchgesetzt hatte, konnte es egal sein. „Wichtig war der Gewinn des zweiten Satzes“, sagte der deutsche Rekordeinzelmeister und war froh, „dass ich endlich auch mal den ersten Durchgang direkt gewinnen und so von vorne marschieren konnte“. Spätestens nach dem siegreich beendeten zweiten Abschnitt sei der Chinese, so Boll, „bedient gewesen“. Im Halbfinale kommt es zum Duell mit dem WM-Dritten Lee Sangsu (Korea), der überraschend gegen den an Position zwei gesetzten Xu Xin (China) 4:0 gewann. „Lee spielt sehr schnell. Das haben wir bei seinem WM-Sieg gegen Dima gesehen“, erinnert sich Roßkopf, während Timo Boll nur einen Wunsch für den morgigen Tag hat. „Hoffentlich beruhigt sich Lee Sangsu über Nacht. Dann ist was drin.“

Kasumi Ishikawa aus Japan einzige Nicht-Chinesin im Halbfinale

Während sich die DTTB-Spielerinnen Shan Xiaona und Han Ying bereits zu Beginn der Hauptrunde aus dem Einzel-Wettbewerb verabschieden mussten, beherrschen die Spielerinnen aus China das Feld nach Belieben. Mit einer Ausnahme, denn Kasumi Ishikawa, in Magdeburg an Position drei gesetzt, hat sich bis in das Halbfinale vorgespielt und trifft am Sonntag um 10 Uhr auf die Topfavoritin Zhu Yuling. Im zweiten Semifinale stehen sich danach Feng Yalan und Chen Meng aus dem Reich der Mitte gegenüber.

Die Spiele am Samstag und Sonntag

Herren-Einzel
Halbfinale

Dimitrij Ovtcharov GER - Fan Zhendong CHN, Sonntag 11.20 Uhr
Timo Boll GER - Lee Sangsu KOR, Sonntag 12 Uhr

Viertelfinale
Fan Zhendong CHN - Kenta Matsudaira JPN 4:1 (8,6,5,-8,9)
Dimitrij Ovtcharov GER - Wong Chun Ting HKG 4:1 (1,-5,5,-7,4,3)
Timo Boll GER - Lin Gaoyuan CHN 4:1 (7,9,-13,7,12)
Lee Sangsu KOR - Xu Xin CHN 4:0 (6,9,4,10)

Achtelfinale

Fan Zhendong CHN – Zhou Yu CHN 4:0 (4,8,4,8)
Kenta Matsudaira JPN – Jeong Sangeun KOR 4:1 (-11,8,7,8,5)
Tiago Apolonia POR – Wong Chun Ting HKG 2:4 (-3,8,-12,9,-10,-4)
Dimitrij Ovtcharov GER – Yan An CHN 4:0 (8,8,5,6)
Timo Boll GER – Simon Gauzy FRA 4:1 (-6,10,9,7,2)
Chuang Chih-Yuan TPE – Lin Gaoyuan CHN (-6,-9,-6,-10)
Jun Mizutani JPN – Lee Sangsu KOR 3:4 (-3,-7,4,10,9,-8,-14)
Marcos Freitas POR – Xu XIN CHN 3:4 (-8,12,-10,7,-8,7,-7)

Damen-Einzel
Halbfinale
Zhu Yuling CHN - Kasumi Ishikawa JPN, Sonntag 10 Uhr
Feng Yalan CHN - Chen Meng CHN, Sonntag 10.40 Uhr

Viertelfinale
Zhu Yuling CHN – Wang Manyu CHN 4:2 (-10,7,6,9,-8,6)
Wu Yang CHN – Kasumi Ishikawa JPN 0:4 (-4,-7,-8,-3)
Feng Yalan CHN – Mima Ito JPN 4:1 (-6,13,4,7,9)
Chen Ke CHN – Chen Meng CHN 3:4 (9,-4,-5,9,6,-5,-12)

Herren-Doppel
Finale

Jeoung Youngsik/Lee Sangsu KOR - Tomokazu Harimoto/Yuto Kizukuri JPN, Sonntag 15 Uhr

Halbfinale
Yu Ziyang/Lam Siu Hang CHN/HKG – Jeoung Youngsik/Lee Sangsu KOR 1:3 (-5,-8,1,-3)
Ho Kwan Kit/Wong Chun Ting HKG – Tomokazu Harimoto/Yuto Kizukuri JPN 0:3 (-13-,2,-4)

Damen-Doppel
Finale

Chen Szu-Yu/Cheng I-Ching TPE - Hina Hayata/Miu Hirano JPN, Sonntag 14.30 Uhr

Halbfinale
Dooo Hoi Kem/Lee Ho Ching HKG – Chen Szu-Yu/Cheng I-Ching TPE 2:3 (-3,6,9,-8-8)
Hina Hayata/Miu Hirano JPN – Gu Yuting/Soo Wai Yam Minnie CHN/HKG 3:2 (7,-3,-10,6,7)

Alle Spiele sind im Livestream auf der ITTF-Seite zu verfolgen.

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